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Ratgeber

Fett, Feuchttücher und Co.: Was Abflüsse in Küche und Bad verstopft

Fett, Haare, Feuchttücher, Katzenstreu und Bauschutt: Was Leitungen in Küche und Bad zusetzt, warum das passiert und welche einfachen Gewohnheiten Verstopfungen verhindern.

Lesezeit 5 Min.Aktualisiert 24. Oktober 2026Von Klempner Neumann

Fast jede Verstopfung, die wir beseitigen, hat eine alltägliche Ursache. Nicht das defekte Rohr, nicht der Baufehler, sondern das, was täglich in den Abfluss gelangt und dort nicht hingehört. Wer die typischen Verursacher kennt, kann viele Verstopfungen vermeiden, ohne sein Leben umzustellen. Dieser Ratgeber zeigt, was in Küche und Bad die Leitungen zusetzt, warum das so ist und was Sie stattdessen tun können.

Die Küche: Fett ist der Hauptverursacher

Fett und Öl

Bratfett, Öl aus der Pfanne, der Rest aus der Fritteuse oder einfach die Soße vom Teller: Im warmen Zustand ist Fett flüssig und läuft scheinbar problemlos ab. Wenige Meter weiter, wo das Rohr kühler ist, erstarrt es und legt sich als dünner Film an die Rohrwand. Jede weitere Fettladung baut die Schicht aus. Mit der Zeit bleiben Speisereste, Kaffeesatz und Spülmittelrückstände daran hängen, und aus dem Film wird ein Ring, der den Querschnitt verengt. In Grundleitungen und im öffentlichen Kanal wachsen solche Ablagerungen zu harten Blöcken zusammen.

Heißes Wasser hinterherzugießen hilft nur begrenzt: Es verschiebt das Fett ein Stück weiter, wo es wieder erstarrt. Spülmittel verbessert die Wirkung, löst aber keine gewachsenen Ablagerungen.

Besser: Fett in der Pfanne erkalten lassen und mit Küchenpapier auswischen oder in ein Gefäß gießen und im Restmüll entsorgen. Frittieröl in der Originalflasche sammeln und über den Restmüll oder den Wertstoffhof entsorgen.

Speisereste

Nudeln, Reis und Hülsenfrüchte quellen im Wasser weiter auf. Kaffeesatz ist schwer und setzt sich in Siphon und Bögen ab, wo er mit Fett eine zähe Masse bildet. Eierschalen, Obstkerne und Knochensplitter bleiben an jeder Unebenheit hängen. Ein feines Sieb im Spülbeckenabfluss hält den Großteil zurück. Teller und Töpfe vorher mit dem Spatel in den Biomüll abstreifen.

Mehl, Teig und Stärke

Mehlreste und Teig bilden mit Wasser einen Kleister, der sich an die Rohrwand legt und aushärtet. Kartoffelwasser und Nudelwasser enthalten gelöste Stärke, die ähnlich wirkt. Lassen Sie Stärkewasser abkühlen und spülen Sie mit viel kaltem Wasser nach, damit es nicht am Rohr haftet.

Spülmaschine

Die Spülmaschine entwässert in der Regel über denselben Siphon wie die Spüle. Verfettet dieser, läuft die Maschine nicht mehr richtig ab und meldet einen Fehler. Reinigen Sie das Sieb der Spülmaschine regelmäßig und stellen Sie stark fettige Töpfe nicht ohne Vorreinigung hinein.

Das Bad: Haare, Seife und das, was „spülbar“ sein soll

Haare und Seife

Haare lösen sich in Wasser nicht auf. Sie verfangen sich im Siphon und an Querstreben des Ablaufventils und bilden ein Geflecht, in dem sich Seifenreste, Hautschuppen und Kalk sammeln. Mit hartem Wasser entsteht daraus Kalkseife, eine graue, zähe Masse, die den Abfluss in Dusche und Wanne nach und nach zusetzt. Ein Haarsieb über dem Ablauf, das Sie nach jeder Dusche kurz ausleeren, verhindert einen Großteil davon.

Feuchttücher

Feuchttücher, auch solche mit dem Hinweis „spülbar“ oder „biologisch abbaubar“, sind aus unserer Erfahrung eine Hauptursache für hartnäckige Verstopfungen in WC-Anschlussleitungen und Fallleitungen. Toilettenpapier zerfällt in Wasser innerhalb von Sekunden in Fasern. Feuchttücher bestehen aus einem Vlies, das genau das nicht tut. In der Leitung verknoten sie sich mit anderen Tüchern zu Strängen, verfangen sich an Muffen und Bögen und bilden mit Fett und Papier einen Pfropf, der sich mit der Saugglocke nicht lösen lässt. Das Gleiche gilt für Kosmetiktücher, feuchtes Toilettenpapier, Reinigungstücher und Babytücher.

Hygieneartikel

Tampons, Binden und Slipeinlagen sind darauf ausgelegt, Flüssigkeit aufzunehmen und zu quellen. Genau das tun sie auch im Rohr. Sie gehören ausnahmslos in den Restmüll.

Wattestäbchen, Zahnseide, Pflaster

Kleinteile, die harmlos wirken. Wattestäbchen legen sich quer in Bögen und bilden ein Gitter, an dem alles andere hängen bleibt. Zahnseide ist reißfest und wickelt sich um alles, was im Rohr vorbeikommt. Pflaster kleben an der Rohrwand fest.

Katzenstreu und Kleintierstreu

Klumpendes Katzenstreu besteht aus Bentonit, einem Ton, der mit Wasser aufquillt und zu einer betonartigen Masse wird. Auch Streu, das als „spülbar“ verkauft wird, setzt sich in Bögen und Senken ab. In die Toilette gehört es nicht, auch nicht in kleinen Mengen.

Medikamente und Kosmetik

Sie verstopfen keine Rohre, belasten aber das Abwasser. Alte Medikamente gehören in den Restmüll oder zur Apotheke, nicht ins WC.

Bei Renovierungen: Baustoffe im Abfluss

Fliesenkleber, Fugenmasse, Gips, Zement und Spachtelmasse sind so konzipiert, dass sie mit Wasser aushärten. Werden Eimer und Werkzeuge im Waschbecken oder in der Dusche ausgewaschen, härtet der Rest im Siphon und im Anschlussrohr aus. Das lässt sich nicht mehr lösen, sondern nur noch herausschneiden oder durch Austausch der Teile beheben. Waschen Sie Werkzeug in einem Eimer aus, lassen Sie den Schlamm absetzen und entsorgen Sie ihn als Bauschutt. Nur das klare Wasser oben darf in den Abfluss.

Vorbeugen: Was wirklich hilft

  • Siebe in Spüle, Dusche und Wanne, regelmäßig geleert
  • Fett nie in den Abfluss, sondern in den Restmüll
  • Mülleimer mit Deckel im Bad, direkt neben dem WC
  • Siphons unter Waschbecken und Spüle ein- bis zweimal im Jahr abschrauben und reinigen; eine Anleitung finden Sie unter Siphon reinigen
  • Selten genutzte Abflüsse gelegentlich mit heißem Wasser durchspülen
  • Bei Renovierungen Werkzeug im Eimer reinigen, nicht im Becken

Wann Sie anrufen sollten

Rufen Sie an, wenn der Abfluss trotz Siphonreinigung und Saugglocke nicht frei wird, wenn mehrere Abflüsse gleichzeitig betroffen sind oder wenn Sie wissen, dass Feuchttücher, Katzenstreu oder Baustoffe in die Leitung gelangt sind. Solche Verstopfungen lösen sich nicht von selbst und werden mit der Zeit fester. Wir sind Tag und Nacht telefonisch erreichbar, beraten Sie kostenlos und stimmen die Ankunft mit Ihnen ab. Die Anfahrt kostet 39 € pauschal, den verbindlichen Gesamtpreis erhalten Sie vor Ort, bevor die Arbeit beginnt.

Was wir bei solchen Verstopfungen tun

Haare und Seifenreste im Siphon oder in der Anschlussleitung lösen wir mit der Spirale. Fettablagerungen in längeren Leitungsabschnitten werden mit Hochdruckspülung abgetragen, bei verfestigten Krusten kommt ein Fräskopf zum Einsatz. Feuchttuchstränge und Fremdkörper werden mit speziellen Spiralköpfen gegriffen und herausgezogen, statt sie weiter in die Leitung zu schieben. Bei einer Toilettenverstopfung durch Fremdkörper nehmen wir das WC ab, wenn der Gegenstand im Abgang festsitzt. Und wenn dieselbe Stelle immer wieder zusetzt, obwohl Sie alle Regeln beachten, klären wir mit einer Kamerabefahrung, ob eine Schwachstelle im Rohr die eigentliche Ursache ist. Mehr zum Vorgehen lesen Sie unter Abflussreinigung.

Kurz gefragt

Sind Feuchttücher mit der Aufschrift „spülbar“ wirklich ein Problem?

Ja. Die Kennzeichnung bedeutet in der Regel nur, dass das Tuch den Abgang der Toilette passiert, nicht, dass es sich in der Leitung auflöst. Toilettenpapier zerfällt in Wasser innerhalb kurzer Zeit in Fasern; Feuchttücher aus Vlies behalten ihre Form über lange Zeit. In Anschluss- und Fallleitungen verknoten sie sich zu Strängen, die wir regelmäßig mit der Spirale herausziehen. Entsorgen Sie sie im Restmüll.

Hilft es, heißes Wasser nach dem Abwaschen in die Spüle zu gießen?

Ein wenig, aber es löst das Grundproblem nicht. Heißes Wasser verflüssigt frisches Fett und transportiert es ein Stück weiter, wo es erneut erstarrt, sobald das Rohr kühler wird. Als Pflegemaßnahme für einen frei laufenden Abfluss ist es sinnvoll, gern mit etwas Spülmittel. Entscheidend bleibt aber, dass Fett gar nicht erst in den Abfluss gelangt, sondern mit Küchenpapier aufgenommen und im Restmüll entsorgt wird.

Was tun, wenn Fliesenkleber oder Zement in den Abfluss gelangt ist?

Spülen Sie sofort mit viel kaltem Wasser nach, solange das Material noch nicht abgebunden hat, und öffnen Sie, wenn möglich, den Siphon, um den Schlamm herauszuholen. Ist der Baustoff bereits ausgehärtet, lässt er sich nicht mehr lösen. Dann müssen Siphon und betroffene Rohrstücke in der Regel ausgetauscht werden. Rufen Sie in dem Fall an, bevor Sie mit Werkzeug versuchen, die Masse herauszuschlagen, und Rohre oder Keramik beschädigen.

Akut? Bitte direkt anrufen.

Bei austretendem Wasser, Rückstau oder komplett verstopftem WC ist der Anruf der schnellste Weg. Formular und E-Mail sind für planbare Anliegen.

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