Ein Rohrbruch kündigt sich selten an. Plötzlich tropft es aus der Decke, hinter der Waschmaschine bildet sich eine Pfütze, oder im Keller steht Wasser, ohne dass es geregnet hat. Was in den ersten Minuten passiert, bestimmt, ob am Ende eine Reparatur ansteht oder eine wochenlange Trocknung mit aufgestemmten Wänden. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, was Sie in welcher Reihenfolge tun sollten.
Schritt 1: Wasser abstellen
Alles andere kann warten. Solange Wasser nachläuft, wächst der Schaden mit jeder Minute.
- Lokale Leckage (unter dem Waschbecken, am Spülkasten, am Zulauf der Waschmaschine): Drehen Sie das zuständige Eckventil im Uhrzeigersinn zu. Das ist der kleine Hahn an der Wand, an dem der flexible Schlauch angeschlossen ist. Lässt es sich nicht mehr schließen oder tropft es selbst, sollte es ersetzt werden, siehe Eckventil wechseln.
- Unklare Quelle oder Leitung in der Wand: Schließen Sie den Hauptabsperrhahn. Er befindet sich in der Regel im Keller oder im Hausanschlussraum, direkt hinter dem Wasserzähler. In Wohnungen gibt es oft zusätzlich eine Absperrung für die Wohnung, meist im Bad oder im Flur hinter einer Revisionsklappe.
- Warmwasser: Ist eine Warmwasserleitung betroffen, schalten Sie zusätzlich die Warmwasserbereitung ab, damit sie nicht leerläuft und Schaden nimmt.
Unser Tipp für die Zukunft: Finden Sie heraus, wo Ihr Hauptabsperrhahn sitzt, bevor Sie ihn brauchen. Drehen Sie ihn gelegentlich auf und zu, damit er nicht festsitzt. Ein festgerosteter Hahn im Notfall ist ein Problem, das sich vermeiden lässt.
Schritt 2: Strom sichern
Wasser und Elektrik sind eine gefährliche Kombination. Schalten Sie die Sicherungen für die betroffenen Räume ab, besonders wenn Wasser aus der Decke kommt oder Steckdosen und Verlängerungskabel im Nassbereich liegen. Betreten Sie keinen Raum mit stehendem Wasser, bevor der Strom abgeschaltet ist. Ziehen Sie Elektrogeräte erst dann aus der Steckdose.
Schritt 3: Wasser aufnehmen und Schaden begrenzen
- Nehmen Sie stehendes Wasser mit Wischer, Handtüchern und Eimern auf. Bei größeren Mengen hilft ein Nasssauger.
- Stellen Sie Möbel auf Untersetzer oder Folie, rollen Sie Teppiche auf und bringen Sie Elektrogeräte, Dokumente und Textilien in Sicherheit.
- Öffnen Sie Fenster, um Feuchtigkeit abzuführen. Heizen Sie den Raum moderat, aber richten Sie keinen Heizlüfter direkt auf nasse Wände oder Böden. Zu schnelles Trocknen kann Risse und Verformungen verursachen.
- Hängt sich die Decke durch oder bildet sich eine Wasserblase in der Tapete, stechen Sie sie kontrolliert an und fangen das Wasser in einem Eimer auf. So verhindern Sie, dass die Decke großflächig nachgibt.
Schritt 4: Dokumentieren
Bevor Sie aufräumen, fotografieren und filmen Sie den Schaden: die Austrittsstelle, die betroffenen Böden und Wände, beschädigte Gegenstände. Notieren Sie Uhrzeit und Ablauf. Diese Unterlagen brauchen Sie für die Versicherung und, in Mietverhältnissen, für die Abstimmung mit dem Vermieter. Werfen Sie beschädigte Gegenstände vorerst nicht weg.
Schritt 5: Informieren
- Mieter: Melden Sie den Schaden unverzüglich dem Vermieter oder der Hausverwaltung. Bei akuter Gefahr, etwa wenn niemand erreichbar ist und das Wasser weiterläuft, dürfen Sie in der Regel selbst einen Fachbetrieb beauftragen. Dokumentieren Sie Ihre Versuche, den Vermieter zu erreichen.
- Nachbarn: Informieren Sie die Bewohner darunter, auch wenn bei ihnen noch nichts zu sehen ist. Wasser braucht Zeit, um durch Decken zu sickern.
- Versicherung: Melden Sie den Schaden zeitnah. Leitungswasserschäden sind in der Regel über die Wohngebäudeversicherung (Gebäude) und die Hausratversicherung (Inventar) abgedeckt. Prüfen Sie Ihren Vertrag, insbesondere Meldefristen und ob Folgekosten wie Trocknung und Leckortung eingeschlossen sind.
Wann Sie anrufen sollten
Sofort, sobald das Wasser abgestellt ist. Jeder Rohrbruch ist ein Fall für den Fachbetrieb: Die Leitung muss freigelegt, die Schadstelle gefunden und dauerhaft repariert werden. Wir sind Tag und Nacht telefonisch erreichbar, auch am Wochenende, und berechnen Anfahrt 39 € pauschal. Am Telefon geben wir Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung und besprechen, was Sie bis zu unserer Ankunft tun können. Die Ankunft stimmen wir mit Ihnen ab. Vor Ort nennt Ihnen unser Mitarbeiter einen verbindlichen Gesamtpreis, bevor er mit der Arbeit beginnt.
Wie der Fachbetrieb vorgeht
Leck finden
Nicht jeder Rohrbruch ist sichtbar. Oft zeigt sich nur ein feuchter Fleck, während die eigentliche Schadstelle einen Meter weiter in der Wand oder unter dem Estrich liegt. Mit Leckortung lässt sich die Stelle eingrenzen, ohne auf Verdacht Fliesen aufzustemmen: Je nach Situation kommen akustische Verfahren, Feuchtemessung, Thermografie oder Prüfgas zum Einsatz. Das spart Zeit, Dreck und spätere Wiederherstellungskosten.
Reparieren
Je nach Material und Zustand der Leitung wird das schadhafte Stück herausgetrennt und ersetzt. Bei alten Leitungen, die bereits mehrfach undicht waren, ist es oft sinnvoller, einen längeren Abschnitt zu erneuern, als einen Flicken an den nächsten zu setzen. Unser Rohrbruch-Notdienst stellt die Wasserversorgung in der Regel noch im selben Einsatz provisorisch oder endgültig wieder her, sodass Sie nicht ohne Wasser dastehen.
Trocknen
Durchfeuchtete Wände, Estriche und Dämmschichten müssen fachgerecht getrocknet werden, bevor neu verputzt oder verlegt wird. Sonst drohen Schimmel und Geruch. Die Trocknung übernehmen spezialisierte Betriebe; die Versicherung organisiert oder vermittelt das in vielen Fällen. Lassen Sie sich dabei nicht drängen, zu früh zu schließen.
Typische Ursachen: Woran Rohre brechen
- Frost: Leitungen in ungeheizten Räumen, Außenwänden oder Gartenbereichen frieren ein, das Eis dehnt sich aus und sprengt das Rohr. Der Schaden zeigt sich oft erst beim Auftauen.
- Korrosion: Ältere Stahl- und Kupferleitungen rosten von innen durch, besonders an Verbindungen und Übergängen zwischen verschiedenen Metallen.
- Materialermüdung und Montagefehler: Pressverbindungen, die nicht korrekt verpresst wurden, oder Kunststoffleitungen, die unter Spannung verlegt wurden, versagen irgendwann.
- Mechanische Beschädigung: Ein Bohrloch in die Wasserleitung ist eine klassische Ursache, und oft tritt der Schaden erst Wochen später zutage, wenn der Dübel korrodiert.
Wenn Sie wissen, dass Ihre Leitungen alt sind oder bereits mehrfach repariert wurden, lohnt eine Prüfung, bevor der nächste Bruch kommt. Das ist weniger aufwendig als der nächste Wasserschaden.
Kurz gefragt
Wo finde ich den Hauptabsperrhahn?
In Ein- und Mehrfamilienhäusern sitzt er in der Regel im Keller oder im Hausanschlussraum, direkt hinter dem Wasserzähler, dort, wo die Leitung des Versorgers ins Haus kommt. In Wohnungen gibt es häufig zusätzlich eine eigene Absperrung, oft im Bad hinter einer Revisionsklappe oder im Flur im Verteilerschrank. Suchen Sie ihn in einer ruhigen Minute und markieren Sie ihn, damit Sie ihn im Notfall ohne Suchen finden.
Zahlt die Versicherung den Rohrbruch?
Leitungswasserschäden sind in der Regel Bestandteil der Wohngebäudeversicherung, Schäden am Inventar deckt meist die Hausratversicherung. Welche Positionen genau übernommen werden, etwa Leckortung, Trocknung oder die Reparatur des Rohres selbst, unterscheidet sich von Vertrag zu Vertrag. Prüfen Sie Ihren Vertrag und melden Sie den Schaden zeitnah. Dokumentieren Sie alles mit Fotos und heben Sie Rechnungen auf.
Kann ich das Leck selbst provisorisch abdichten?
Für den Moment können Sie an einer frei zugänglichen Stelle eine Rohrschelle mit Gummieinlage oder spezielles Reparaturband anlegen. Das hält den Druck meist nur kurz und ist kein Ersatz für eine Reparatur. Bei Leitungen in der Wand ist Selbsthilfe nicht möglich. Stellen Sie das Wasser ab und lassen Sie die Stelle fachgerecht instand setzen, bevor Sie den Druck wieder aufgeben.